Goethe - Gefunden

Eines von Goethes bekanntesten Gedichten schrieb er ebenfalls für Christiane. Ich kannte es nicht, bevor Lin es rezitierte. Das Blümlein am Wegesrand ist nichts anderes als ein Bild für die Geliebte. Goethe wollte Christiane nicht einfach brechen und zum Welken verurteilen, - sehr verständlich , wie ich finde - sondern er pflanzte dieses „Blümlein“ mit allen Wurzeln im Garten seines Hauses ein. Denn offensichtlich hatte sein Haus einen Garten. ;-)
Er machte sie zu seiner Frau.

Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

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